Von Plastikpuppen als Vorbild: Barbies neues Ich

Kinder spielen gerne mit Puppen.
Dabei ist es oft leider keine mit Liebe handgemachte Puppe aus natürlichen Materialien, sondern das gängige Plastikmodell. Und spätestens ab einem gewissen Alter werden dann auch die Babypuppen uninteressant und es muss eine Modepuppe aus Plastik mit langem Haar und vielen Kleidern sein.
Und welches Mädchen hat sie nicht? Die Erinnerung an die typische Barbiepuppenphase? Zumindest als ich klein war, hatte eigentlich jedes Mädchen mindestens eine Barbie. Und diese wurde stundenlang an- und umgezogen, gekämmt und durfte ab und an auch ein rosa Mädchentraumabenteuer erleben. In meinem Fall wurde sie auch schön geschminkt (mit Kuli!) und frisiert (mit der Bastelschere zu einer Kurzhaarfrisur genötigt)…

Barbie
Aber die Zeiten ändern sich. Auch für Barbie. Sie ist nicht mehr so beliebt wie sie einst war.
Und da auch Barbie mit der Zeit gehen muss, bekommt sie nun ein „neues Aussehen„.
Naja, nicht ganz – Mattel will sich vielmehr den Markt, den Lego mit seiner Mädchenreihe und die Disney’s Elsa Puppe (im letzten Jahr mehr verkauft als die bekannte Plastikpuppe) streitig gemacht haben wieder zurückerobern.
Und so hatten sie nach nunmehr 57 Jahren die Idee, mal etwas grundlegendes zu verändern.
So wird es also weltweit ab März Barbiepuppen zusätzlich in drei neuen Figurtypen geben:
Curvy, Petite und Tall – Also kurvig, zierlich und gross.

Barbie

Von Barbie und ihrem neuen Ich

Video: The Evolution of Barbie:

Durch die vier neuen Körperformen mit sieben verschiedenen Hautfarben, 22 verschiedenen Augenfarben und 24 verschiedenen Frisuren sind nun viele, viele neue Barbieversionen möglich.
So gibt es auch bunte Haare oder eine Barbie mit Undercut. Auch Brille und flache Schuhe trägt Barbie ja auch schon längst.

Video – „Barbie’s Designers Explain What Convinced Them to Finally Change“:

Kritik an der makellosen Plastikfantastikpuppe gab es ja schon sehr lange. Es wurde bemängelt, dass die Puppe mit ihren übertrieben schmalen Proportionen dem Selbstbewusstsein von Mädchen schadet. Es gab immer wieder den Vorwurf,  die unrealistische Schlankheit der Puppe würde Essstörungen bei Kindern fördern.

Es wurde inzwischen sogar eine Krankheit nach der Puppe benannt: Das Barbie-Syndrom. Wer daran erkrankt, hat den Wunsch, wie die Puppe auszusehen. Einige Frauen unterziehen sich zahllosen Operationen, um Barbie ähnlicher zu werden.

Auch von feministischer Seite wird Barbie kritisiert: Sie stehe für ein überholtes und klischeehaftes Frauenbild und rege zum kritiklosen Konsum an.

Nun reagiert Mattel also mit den neuen Barbieversionen endlich darauf.
Natürlich wurden aber mittlerweile wiederum Stimmen laut, die bemängelten, dass gerade die kurvige Barbievariante zwar breitere Hüften habe, aber insgesamt immer noch eher unrealistisch schlank aussehen würde.

Barbie
Und wieso hat Mattel erst jetzt reagiert und ihre blonde Plastikpuppe mit Wespentaille verändert?
Sicherlich stehen hier hauptsächlich wirtschaftliche Interessen im Vordergrund.
Aber ganz neu ist diese Bestrebung den Markt zu sichern und weiter zu erschließen sicherlich nicht mehr, denn immerhin gab es seit den 80ern die erste schwarze Barbie und schon seit 2015 Barbiepuppen mit flachen Schuhen und in 23 verschiedenen Hauttönen.

 

Barbie

Nun gibt es die Plastikpuppe also auch mit neue Figurtypen. „Wir haben die Verantwortung, Mädchen und Eltern eine breitere Auffassung von Schönheit zu präsentieren“, sagt Barbie General Managerin Evelyn Mazzocco zu den neuen Puppen.

„Die neuen Barbies sind zunächst nur online zu beziehen und sollen im Laufe des Frühjahrs weltweit auch in den Spielzeughandel kommen. Dort laufen allerdings noch Verhandlungen, weil die neuen und vielfältigen Formen nebst maßgeschneiderter Kleider und Accessoires auch mehr Regalplatz brauchen.“
Aber ob diese neuen Barbies sich durchsetzen werden und der gleichen Beliebtheit, wie das altbekannte Model erfreuen können, ist noch ungewiss…

Barbie

Was denkt ihr über Barbies Verwandlung?
Wie findet ihr die einzelnen neuen Figurtypen? Würdet ihr eurem Kind nun eher so eine Barbie kaufen?
Und ist Barbie und ihr Image überhaupt sinnvoll und noch zeitgemäß?…

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