Manchmal beginnt alles mit einem winzigen Gedanken, der sich fast unmerklich zwischen den Tag schiebt.
Ein Farbton, der mir im Vorbeigehen auffällt. Ein Gesichtsausdruck, den ich bei meinem Kind beobachte. Eine kleine Szene, die sich im Alltag abspielt und die ich nicht mehr loslasse. Genau dort entsteht oft der erste Funke für eine neue Puppe.
Vom Gedanken zur Idee
Bevor ich Stoff zuschneide oder Wolle in die Hand nehme, greife ich fast immer zu Stift und Papier. Das Zeichnen ist für mich wie ein stilles Gespräch mit der Idee. Wenn ich skizziere, versuche ich herauszufinden, wer diese Figur werden könnte. Ob sie eher verträumt oder frech wirkt. Ob die Augen rund oder eher mandelförmig sein sollen. Ob die Haare sanft fallen oder lebendiger aussehen. In diesen Momenten formt sich der Charakter und ich merke, wie sich die Vorstellung langsam klärt.
Oft liegt zwischen den ersten Linien und der endgültigen Skizze ein weiter Weg. Ich radiere, verändere Proportionen und beobachte die Figur aus verschiedenen Blickwinkeln. Manche Ideen werden sofort zu klaren Bildern, manche brauchen eine Pause, damit sie nachreifen können. Auf meinem Schreibtisch sammeln sich im Laufe der Zeit viele kleine Zeichnungen, die wie ein visueller Faden durch meinen Prozess führen. Jede davon erzählt etwas über meinen Weg zu dieser einen Puppe.

Von der Skizze zur Form
Erst wenn die Skizze stimmt, beginnt der handwerkliche Teil. Der Stoff fühlt sich dann nicht mehr wie ein Material an, sondern wie eine Fläche, die bereit ist, ein Gesicht zu tragen. Beim Formen des Kopfes konzentriere ich mich auf die feinsten Übergänge, denn sie bestimmen später, ob die Puppe eine weiche oder eher wache Ausstrahlung bekommt. Es ist ein stiller, geduldiger Prozess, bei dem ich den Schritt aus der Zeichnung in die dreidimensionale Welt gehe.






