Wenn es etwas gibt, dass ich neben Puppen(machen) und Zeichnen ebenso gerne mag, dann sind es Bücher. Ich lese mindestens ein Buch im Monat. Mir selbst diese Zeit fürs Lesen einzuräumen, ist mir sehr wichtig.
Und auch meinen Kindern möchte ich meine Lieben zu Büchern vermitteln. Deswegen gehört das abendliche Vorlesen hier zum festen Ritual.
Sind die Kinder noch kleiner, reichen kurze Bilderbücher. Eine kurze oder gereimte Geschichte mit vielen Bildern, welche man natürlich sprachlich ebenso begreifbar machen kann.
Aber sind die Kinder erstmal älter, kann man wunderbar längere und etwas komplexere Geschichten vorlesen. Auch das kapitelweise lesen eines längeren Buches und über mehrere Abende kann man mit etwas älteren Kindern schon gut.
Gerne suchen wir zum Vorlesen auch zu aktuellen Lebensereignissen oder der Jahreszeit entsprechend, passende Bücher aus.

Buchvorstellung

Ein besonders schönes Buch, welches uns schon länger begleitet und wir in den letzten Tagen  wieder hervorgeholt habe, weil es gerade in die Weihnachtszeit passt (und zudem eine Puppe und ein Kind zur Hauptfigur hat), möchte ich heute kurz vorstellen:

 Holly Ivy

„Holly und Ivy: Eine Weihnachtsgeschichte“ von Margret Rumer Godden

mit Illustrationen von Maren Briswalter.
(7. Aufl. 2017, Verlag Urachhaus, 32 Seiten, Alter: 5-7,
ISBN-13: 978-3-8251-7573-3 )

Holly Ivy Buch

Holly & Ivy

Zum Inhalt:
„Es ist der Nachmittag vor Weihnachten.
Die kleine Ivy ist ein Waisenkind und hat keine Großmutter. Dennoch ist sie entschlossen, das Fest bei eben dieser zu verbringen, und weiß, dass die Großmutter ihr eine Puppe schenken wird. Dann verschwindet die Leere in ihrem Innern.
Und Holly ist eine Puppe im Schaufenster eines Spielzeugladens, die sich nichts sehnlicher wünscht, als einem kleinen Mädchen zu gehören …“

 Holly Ivy

Hoffnung und Wünsche

Das 1958 zum ersten Mal erschienene Kinderbuch handelt von Hoffnung und dem Wünschen.
Denn die Protagonisten Ivy, Holly und Mr. & Mrs. Jones haben nämlich jeder einen eigenen besonderen Weihnachtswunsch: Weiterlesen

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Es ist kein Geheimnis: Puppen jeglicher Art lassen so manches Mädchenherz höher schlagen.
Aber nicht nur Mädchen lieben Puppen, nein es gibt auch leidenschaftliche Puppenpapas.

Ilja Pfiffikus

Und da spreche ich aus Erfahrung; denn schon während meiner Arbeit als Erzieherin, wurde mir schnell klar, dass Mädchen eben so gerne mit Autos spielen, wie Jungs mit Puppen. Zum Glück ist es mittlerweile keine Ausnahme mehr, dass auch Jungs mit Puppen spielen (wollen und dürfen).

Und auch zu Hause habe ich mittlerweile ja selbst so einen engagierten Puppenvater. Der große Sohn liebt seine Kuscheltiere und Puppen, spielt jeden Tag mit ihnen, schleppt sie herum und entscheidet z.B. jeden Abend welches seiner „Babys“ heute mit ihm die Gute-Nacht-Geschichte im Bett anhören darf ;) …

Aber nicht nur als Mutter und Erzieherin weiss ich, wie wichtig Puppen für Jungen sind. Gerade als Puppenmacherin habe ich mich schon früh mit der Pädagogik und Bedeutung von Puppen für Kinder auseinandergesetzt und daher freue mich immer sehr, wenn ich eine Puppe für einen Jungen machen darf.

Eine Jungspuppe

Letzten Monat z.B. ging mir eine bestimmte Jungspuppe im Kopf herum. Ich wollte eine nicht zu große, schlichte und klassische Stoffpuppe nach Waldorfart machen: Ein kleiner frecher aber doch ganz lieber Bub sollte es sein…

Und so entstand dann Pfiffikus Puppe „Ilja“:

Ilja Pfiffikus

Ilja ist eine 35 cm große Pfiffikus Puppe.
Er hat einen mit gereinigter Schafwolle weich gestopften Körper mit eingenähten Armen, die gut beweglich sind und abgesteppten Beinen, damit er auch sitzen kann.

Kopf und Körper sind mit aprikosenfarbenem Trikotstoff bezogen.
Das Gesicht ist fein aufgestickt mit rotem Mund und blauen Augen.

Ilja Pfiffikus

Ilja hat kurzes weißblondes Haar aus Mohairwolle.
Es lässt sich mit den Fingern oder einer weichen Babybürste kämmen.

Ilja Pfiffikus

Ilja trägt eine gestricktes Wollunterhöschen, eine blau-weiß gestreifte Hose mit dunkelblauen Bündchen und ein weißes, langärmeliges Jerseyshirt.

Darüber trägt er noch eine Weiterlesen

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KuKalKa“ heisst jetzt „RosaMinze„!

RosaMinze

New Name, same Game

Nach nunmehr bald fünf Jahren mit „KuKalKa“ war es für mich Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen…

Als ich mich damals mit der Puppenmacherei selbstständig machte und mein Label gründete, wollte ich dafür einen Namen mit einem Bezug zu den Puppen, mir selbst und gleichzeitig einer Bedeutung für mich wählen.

Schnell war klar, dass es gar nicht so einfach war, den richtigen Namen zu finden. Vieles, was nahe lag, gefiel mit nicht oder war einfach nicht „meins“. Ich hätte nicht gedacht, dass es mir so schwer fällt, eine vermeintlich einfach Entscheidung zu treffen und einen passenden Labelnamen zu finden. Aber es war tatsächlich schwieriger, als zunächst gedacht.
Schließlich kam ich auf den Gedanken: „Kukalka“ heisst „Püppchen“ auf Russisch ….und meine Puppenmacherei verbunden mit meinen russischen Wurzeln legten doch nahe, dass ich einfach diesen Labelnamen wählen könnte.

Allerdings merkte ich dann über die Jahre immer wieder, dass der Name grade hierzulande nicht so gut funktioniert und auf vielen Ebenen schwierig war:
Man konnte sich Kukalka einfach nicht leicht merken. Oft wurden die Buchstaben verwechselt und verdreht, so dass Leute später meine Internetseite nicht finden konnten, weil sie sich den Namen nicht richtig gemerkt hatten. Die Assoziationen zu anderen, ähnlich klingenden Begriffen, waren beim ersten Hören zudem meist eher negativ.
Auch die deutsche Aussprache, hat mir eigentlich nicht richtig gefallen. Spricht man „Kukalka“ im Russischen nämlich eher weich und kurz, mit der Betonung auf der ersten Silbe, so klingt es im Vergleich dazu auf Deutsch ausgesprochen leider hart und abgehackt, zumindest für meine Ohren.

„Kukalka“, russ. Aussprache:

Ich war also nach all den Jahren nicht mehr ganz glücklich mit dem einst von mir gewählten Namen.
Bald war mir zudem klar, ich hatte mich weiterentwickelt: Mit der Puppenmacherei, meinem Selbstverständnis mit und von dem was ich täglich mache sowie auch persönlich.
Kukalka fühlte sich inzwischen an, wie ein etwas zu klein gewordener Schuh.

Weiterentwicklung

Der Wunsch nach Veränderung wurde größer und war letztlich die Konsequenz, die ich ziehen musste.

Veränderungen sind oft unangenehm, gewiß, aber nicht minder wichtig wie die Puppe für die Raupe, will sie ein wunderschöner Schmetterling werden. – S. Hopfensperger

Meine Weiterentwicklung sollte auch langfristig in meinem Label(namen) zum Ausdruck kommen.
Ich wünschte mir etwas frisches – schlicht und doch verspielt aber gleichzeitig professionell sollte es sein. Zudem wollte ich gerne für mein Label neben einem neuen Namen, auch ein insgesamt einheitliches Auftreten – einen roten Faden, welcher sich erkennbar durchziehen und entsprechend mein Werk und Ansinnen nach außen transportieren sollte… Weiterlesen

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Nun hat die Adventszeit begonnen.
Auch für uns PuppenmacherInnnen, ist das wohl die geschäftigste Zeit des Jahres.
Und auch ich habe (zum Glück) ein gut gefülltes Auftragsbuch. Zudem war ich dieses Jahr auch noch zum ersten Mal mit einem kleinen Stand und einige Puppen auf dem ein oder anderen Basar.

So arbeitserfüllt und damit leider auch oft stressig, diese eigentlich doch ruhige und besinnliche Zeit für die meisten von uns ist, so wichtig ist es, sich kurze Auszeiten zu nehmen – Kurz durchatmen und sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen.

Das versuche ich immer wieder bewusst in meinen Alltag einzubauen: Ich geniesse dann die Zeit mit dem Strickzeug und einem warmen Kakao auf der Couch oder beim Plätzchen backen mit den Kindern. Und was würde auch sonst so gut in die Adventszeit passen wie Backen?!
Auch wenn ich nämlich  Kochen hasse sehr ungerne koche, so backe ich dafür doch leidenschaftlich gern. Und auch in der Vorweihnachtszeit ist dies daher eine meiner Lieblingsfreizeitbeschäftigungen. (Und dann am besten noch mit stimmungsvoller Weihnachtsmusik im Hintergrund.)
Mit der Zeit habe ich einen kleinen Fundus an erprobten und für lecker befundenen Backrezepten in meinem großen Ordner angeheftet.

Ein ganz besonderes Rezept, dass mir sehr am Herzen liegt, ist das Minz-Keks Rezept meiner Oma.
Diese Kekse hat sie nämlich eigentlich immer gebacken, so dass sie meine Kindheit durchgehend begleitet haben.
Eine der schönsten Erinnerungen aus dieser Zeit ist daher auch, Weiterlesen

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Manche Puppen sind einfach ein klein wenig besonderer als andere…
Sie kommen so leicht wie ein Frühlingshauch in dein Leben geschwebt – Nichts an ihnen ist mühevoll oder schwierig und sie bringen einfach nur Freude vom ersten Moment an.

So ging es mir letzten Monat auch mit „Ava“:

Als Ava entstand, hatte ich wohl noch diese beschwingte Sommerleichtigkeit in Kopf und Händen, die das Tun beflügeln kann.
Ava ist genau so ein warmer Sonnenstrahl, welcher die Erinnerung an die letzten schönen Sommertage wieder wach werden lässt.

Aber obwohl Ava so einfach zu mit kam, musste sie lange auf ihre Kleider warten.
Immer hat sich eine andere Puppe vorgedrängelt, die auch gaaanz dringend Kleidung brauchte. Aber nicht so dieses Puppenmädchen. Sie hat sich nie beschwert, sie hat gewartet.
Geduldig und fröhlich wie sie ist, hat sie schließlich aus der Not eine Tugend gemacht und einfach mal im Kleiderschrank der Lieblingspuppe des großen Kindes (Psst!) gestöbert…:

Sommernachwehen Ava
Zum Glück passen Ava auch gekaufte Kleider für 35-45 cm große Puppen.
Zufrieden, dass sie nun erstmal nicht mehr frieren musste, sprang sie fröhlich im Atelier umher und sang ihr ausgedachtes Kleiderlied. ;)

Auch die anderen Puppen freuten sich mit ihr, denn mit ihrer lustigen Art, steckt sie alle an.
Gleichzeitig hat Ava aber auch immer ein offenes Ohr und ist ein gute und geduldige Zuhörerin.

Ava Puppen

Ava war also zufrieden mit ihrem geborgten Kleidchen… Aber ich fand immer noch, so eine besondere Puppe braucht einfach auch ein besonderes, nur für sie geschneidertes, Kleidchen!
Also habe ich mir schließlich an einem ruhigen Nachmittag Zeit genommen und mich mit ihr zusammen an die Nähmaschine gesetzt. Ava war wirklich eine gute Hilfe, hat mit die Zuschnitte gereicht und die Fädchen abgeschnitten. Auch war sie ein geduldiges Modell und hat brav meine diversen Zwischenentwürfe anprobiert. Alles ohne zu Murren.

Auch als ich gesagt hab, dass sie nun noch eine Strickjacke braucht, immerhin ist der Herbst schon da, hat sie die Wolle und die Stricknadeln zu meinem Schaukelstuhl gebracht und in meinem Schoß gesessen, während ich ihr Jäckchen gestrickt habe.


Allerdings hat sie dann auf den Marienkäferknopf bestanden. Das sind nämlich ihre Lieblingskäfer.
Überhaupt liebt sie alles, was Punkte hat oder rot ist. Am besten beides zusammen.

Ava ist ein 40 cm großes Puppenmädchen mit aprikosenfarbener Haut, blondem Haar aus Mohairwolle und einem aufgestickten Gesicht mit blauen Augen und rotem Mund.
Außerdem hat sie Ohren und ein kleines Näschen.


Ava ist sehr fest mit Schafwolle gestopft und ihre Körperteile sind aus schweizer Trikotstoff mit reißfestem Garn genäht.
Sie trägt ein ärmelloses rotes Kleidchen mit weißen Punkten. Dazu passende rot-weiß geringelte Söckchen und rote Häkelschuhe. Natürlich hat sie auch ein weißes Unterhöschen an und eine kuschelige Strickjacke.
Am liebsten trägt sie ihr langes Haar zu zwei lustigen Zöpfchen hochgebunden. Dazu noch ihr Lieblingsspängchen mit Kirschen.

Ava

Ein wenig habe ich mich schon an ihr sonniges Gemüt und guten Geist in der Puppenwerkstatt gewöhnt. Und da Ava ja keine Wunschpuppe war, habe ich sogar mit dem Gedanken gespielt, sie noch ein wenig länger hier im Puppenatelier da zu behalten….
Aber vernünftig wie sie ist, hat sie schließlich eines Tages zu mir gesagt: „Ich bin zwar gern hier, aber nun ist es an der Zeit ein Menschenkind zum Liebhaben für mich zu finden! Eines, das mit mir Marienkäfer im Gras beobachten will und die goldenen Herbstsonnenstrahlen draußen jagt…“
Schweren Herzens stimmte ich also zu und war bereit Ava in neue Abenteuer ziehen zu lassen…

Daher  freut es mich, dass diese besondere Puppenkind bereits ein liebevolles neues zu Hause gefunden hat.
So sage ich ihr diese Woche also:
Bye, bye kleine Ava – lass von nun an dein sonniges Gemüt deiner neuen Puppenmama fröhliche Stunden bereiten und ein Strahlen in die Augen zaubern…

 

Ava Puppen Kartons

PS:
Wenn auch Du eine Puppe wie Ava bei mir bestellen möchtest, kannst Du hier nachlesen wie das geht.
Freie Plätze im Auftragsbuch für neue Puppen gibt es im Januar wieder!

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Puppen sind so vielfältig und verschieden wie wir Menschen selbst auch.
Sie können ganz unterschiedlich daher kommen – Ganz einfach gestaltet mit kaum oder nur wenigen Details und dabei herzerwärmend schlicht. Dann wieder gibt es raffiniert gestaltete und mit vielen niedlichen Details ausgestattete Puppen.
Beides hat, wie ich finde, seinen Reiz und damit auch Berechtigung und Platz in der Puppenwelt.

Und wer selbst gerne Puppen näht (oder sich irgendwann mal daran versuchen möchte) und sich schon immer gefragt hat, wie man seiner Puppe denn nun eigentlich so einen süßen Popo, Ohren, Grübchen oder sonst ein niedliches Detail verpasst, der hat Glück:
Denn das neueste Ebook „Von Kopf bis Fuss – Kleine Details für großartige Puppen“ von Mariengold erklärt ganz ausführlich genau dies!

Mariengold E-Book „Von Kopf bis Fuss“

Mariengold ebook

Neues Mariengold E-Book „Von Kopf bis Fuss“

Alle Puppennähverliebten sollten sich dieses Schätzchen ins (virtuelle) Bücherregal stellen.
Denn es gibt einen umfassenden Überblick über die verschiedensten Techniken zur Puppenausgestaltung. Dabei kommt das E-Book im gewohnt professionellen Look daher, ist reich bebildert und erklärt alle Schritte ausführlich und verständlich. Somit ist ein Nacharbeiten an der eigenen Puppe kein Problem mehr.

Ich geb es zu, ich war bereits etwas länger vor Veröffentlichung diesen Sommer eingeweiht und somit schon voller Vorfreude auf dieses neueste E-Book aus Marias Händen. Denn als Maria einige Kolleginnen gebeten hat, einen kleinen Teil zu ihrem neuesten E-Book beizusteuern, war auch ich eine von insgesamt 15 Puppenmacherinnen. Somit bin ich nun ebenfalls mit einem kleinen Tipp aus meiner Puppenwerkstatt, in diesem E-Book vertreten. ;)

Maria macht mit ihrem Label Mariengold übrigens nicht nur schon seit einem Jahrzehnt Puppen fürs Herz, sie vermittelt vor allem auch ihr Wissen und es ist ihr ein Anliegen, damit die Begeisterung für das Puppennähen weiter zu geben. Den Funken, die Leidenschaft, für dieses Kunsthandwerk überspringen zu lassen… Und ist erstmal die Flamme entzündet, gibt es für die meisten kein Erlischen mehr. ;)

All diese Leidenschaft  fürs Puppenmachen merkt man ihr auch nach all den Jahren noch an. Und diese Begeisterung für das Hand-(und Herz-)werk liest sich auch deutlich im neuesten Mariengold E-Book für alle Puppennähverliebten… Eine klare Kaufempfehlung also!

Alle Infos zum E-Book kann man auf dem Mariengold Blog nachlesen.
Das E-Book selbst ist für 35 Euro bei Maria unter www.mariengold.net erhältlich!

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Vor den Sommerferien habe ich bereits davon berichtet: Ich bin nicht nur Puppenmacherin, sondern mittlerweile auch Puppendoktor.
Und meine kleine Puppenklinik hier ist mittlerweile schon ganz gut belegt.
So habe ich vor der Sommerpause noch dieses Püppchen aufgearbeitet und ihm nicht nur ein Gesicht gegeben, sondern zur „Verwandlung verholfen“.
Und während ich noch den ersten Patienten verarztet habe, hat sich auch schon gleich der nächste angemeldet…

 

Neues vom Puppendoktor

Und so wurde also letzte Woche der nächste Puppen-Patient in meine Puppenklinik eingeliefert…:

Dieses kleine Puppenmädchen hatte zwar ursprünglich ein Gesicht, jedoch hatte sie ihr Gesicht über die Jahre leider „verloren“. So wunderbar abgeliebt sie zwar war, so dringlich war der Wunsch der Puppenmama nach einem heilen Gesicht für ihr Püppchen.

 

Puppenklinik

Am Anfang jeder Klinikaufnahme steht für mich als Puppendoktor zunächst die Anamnese, die Bestandsaufnahme:
Ich schaue mir also den Puppenpatienten erst einmal ganz genau an.
Mache dann Referenzfotos und danach einen OP-Plan und überlege, wie ich bei der Operation Aufarbeitung sinnvoll vorgehen sollte…

Puppendoktor Puppenklinik

Man sieht dem Püppchen an, wie sehr es geliebt wird und dass es wahrscheinlich bei wirklich jedem Abenteuer mit dabei sein darf… Leider hat dies jedoch das abenteuerlustige Püppchen einiges an Stoff gekostet.

Puppendoktor Puppenklinik

Vor allem im Gesicht war der Trikot so dünn geworden, dass durch das entstandene Loch schon die Kopfkugel zu sehen war. Das ursprünglich aufgemalte Gesicht war nun leider schon kaum mehr zu erkennen.

Puppendoktor Puppenklinik

Auch die Füße und Hände hatten bereits einige Löcher bekommen, an denen nun so langsam die Stopfwolle vorwitzig rauszulugen begann. ;)

Puppendoktor Puppenklinik

Obwohl das Püppchen eine Nase und ein eigentlich schön rundes Köpfchen hatte, war es über die Jahre leider ein wenig platt gedrückt geworden. Auch ein Liebeszeichen, denn so sehen Stoffpuppen manchmal eben aus, wenn sie auch im Schlaf nicht von der Seite ihres Kindes weichen.

Puppendoktor Puppenklinik

Auch das aus Mohairwolle gehäkelte Perückenkäppchen mit den blonden Zöpfchen war nach den Jahren schon arg mitgenommen und löchrig geworden.

 

Puppen-OP im Puppenhospital

Nun war klar, eine Gesichts-OP würde unvermeidlich werden. Darüber hinaus wohl auch noch einige weitere kleine Eingriffe.

Puppendoktor Puppenklinik

Vorsichtig löste ich also zunächst das Haar vom Puppenkopf sowie auch gleich den Spitzenkragen.

Puppendoktor Puppenklinik

So konnte ich mir noch mal ein besseres Bild vom Zustand des Kopfes machen.
Man sieht hier noch ganz gut die ursprüngliche Hautfarbe des Püppchens, welche vom Haar geschützt gewesen ist.

Puppendoktor Puppenklinik

Dann habe ich schließlich vorsichtig den Kopf und Rumpf vom Körper getrennt.
Auch hier sieht man dem Hautstoff noch seine ursprüngliche Farbe an.

Puppendoktor Puppenklinik

Auch die Hände und deren Füllung würden erneuert werden müssen, so dass ich auch diese vom Körper getrennt habe.
Zudem habe ich den Stoff am Gesicht entfernt und die Kopfkugel freigelegt, um deren Zustand noch besser beurteilen zu können. Hier konnten wir zum ersten Mal aufatmen – Die Kopfkugel an sich war noch in Ordnung und konnte somit als Grundlage wiederverwendet werden.

Puppendoktor Puppenklinik

Lediglich der Hautstoff würde also erneuert werden müssen. Glücklicherweise habe ich die verschiedensten Hautfarbtöne in der Puppenwerkstatt…äh…Puppenklinik vorrätig und habe somit versucht den Orignalfarbton möglichst genau zu treffen.

Puppendoktor Puppenklinik

Ebenso die Haare: Schließlich sollte die Puppenmama ihr Püppchen auch nach dem Eingriff noch wiedererkennen. Also habe ich im Vorfeld das original Haar verglichen und so den genauen Haarfarbton bestimmt.

Dann gab es für die (Reste der) Puppe, die man wiederverwenden konnte, erst einmal ein ausgiebiges Vollbad in handwarmem Wasser mit etwas mildem Wollwaschmittel. So verschwindet zwar die geliebte „Patina“, …aber von Zeit zu Zeit ein Bad, das braucht jedes Stoffpüppchen zur Auffrischung nun mal.

Puppendoktor Puppenklinik

In der Zwischenzeit habe ich die Hände und den Kopf mit dem neuen Hauttrikotstoff bezogen und das Perückenkäppchen gehäkelt.

Puppendoktor Puppenklinik

Dann kam die schwierigste Stelle der OP: Denn das Püppchen hatte ursprünglich ein aufgemaltes Gesicht besessen. Ich aber sticke ja meine Puppengesichter auf.
Die Herausforderung war es nun also, nah an der Vorlage ein Gesicht, welches dem alten ähnelt, aufzusticken. Dafür habe ich die Referenzfotos zur Hilfe genommen und die Position und Größe von Augen und Mund vorher markiert.
Der Mund ist in der Form orientiert an dem vorher aufgemalten. Zudem hat die Puppe natürlich auch wieder blaue Augen bekommen.

Puppendoktor Puppenklinik

Dann musste ich nur noch die neuen Haare wieder am Kopf befestigen. Auch hier habe ich die alten Haare zur Orientierung genutzt, um den Sitz der Haarlinie und der Zöpfchen zu bestimmen.

Puppendoktor Puppenklinik

Endlich konnte ich den neuen alten Kopf wieder auf den, nun grundgereinigten und getrockneten, Körper nähen.

Puppendoktor Puppenklinik

Auch neue Spitze für den Kragen darf natürlich hier nicht fehlen.

Abschließend kam noch eine Aufgabe, die mir im Vorfeld schon ein wenig Kopfzerbrechen bereitet hat. Denn der Stoff der Hose war vor allem an den Füßen schon sehr löchrig. Da ich aber den Stoff dafür nicht hier hatte, gleichzeitig der Puppe aber mit einem neuen Anzug aus anderem Stoff, kein gänzlich neues Aussehen verpassen wollte, entschloss ich mich schweren Herzens die Löcher nur zu stopfen und so zumindest das weitere Austreten der Wolle zu verhindern. Langfristig sollte die Puppe aber, wenn nicht einen neuen Anzug, so doch Söckchen/Schuhe zum Schutz tragen…

 

Puppen Patient: Ergebnis

Und schließlich hieß es dann also für den nun geheilten Puppen-Patienten noch schnell ab ins Fotostudio. Die Puppenmama hat schließlich schon ganz neugierig auf ein Lebenszeichen vom neuen alten Püppchen gewartet….:

Puppendoktor Puppenklinik

Zum Glück hat sie ihre geliebte Puppe noch wiedererkannt. ;)
Und war begeistert darüber, dass ihre Püppi nun endlich wieder heile war.

Puppendoktor Puppenklinik

Somit konnte ich also das Püppchen als geheilt aus dem Puppenhospital entlassen und schnell wieder nach Hause schicken, wo es schon ganz sehnsüchtig erwartet wird…

Puppendoktor

 

PS: Hast auch Du ein reparaturbedürftiges Püppchen daheim?
Gerne schaue ich es mir mal an und helfe, falls ich kann…
Betten in der Puppenklinik werden auf Anfrage gerne frei gehalten!
E- Mail an nat@rosaminze.de genügt. ;)

Puppendoktor Puppenklinik

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